Berichte

Nordsee im Herbst

September 2025 – Es waren ein paar schöne Tage mit viel Sonne und Wind. Im September unternahm der Kneipp-Verein Münden eine viertägige Reise an die Küste Nordfrieslands. Stationen waren unter anderem die Hallig Hooge und die Nordseeinsel Sylt. Auf dem Weg dorthin war allerdings die erste Etappe ein Besuch in der Hansestadt Hamburg. Hier in der Elbmetropole gab es für die Teilnehmer ein offenes Programm. Wer mochte, nutzte die Gelegenheit für eine Hafenrundfahrt mit einem Ausflugsschiff durch die Speicherstadt (mit dem benachbarten Kontorhausviertel seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes) und den Containerhafen (einem der größten Umschlaghäfen der Welt). Andere spazierten derweil durch den Hafen und ließen sich die Fischbrötchen und andere Leckereien schmecken.

Danach ging es weiter zum eigentlichen Ziel der Reise, nach Niebüll, dem gemütlichen Luftkurort und Verkehrsknotenpunkt im Kreis Nordfriesland (Amt Südtondern). Die Kleinstadt Niebüll, dänisch Nibøl, liegt am Rande des dänischen und friesischen Siedlungsraums. Ihr Name bedeutet etwa „neue Siedlung“. Neu die Siedlung allerdings nur damals um 1430, als sie auf einer verlassenen Vorgängersiedlung neu entstand (erste Erwähnung im Jahr 1436). Inzwischen hat sie eine recht lange und wechselvolle Geschichte durchlebt. Im Hotel wurde unsere Gruppe von einem Shanty-Chor begrüßt. Dieser sorgte dann auch beim Essen für allerhand gute Laune.

Am nächsten Tag war ein Ausflug über den Fährhafen Schüttsiel auf die Hallig Hooge angesagt. Sie ist die zweitgrößte der zehn Halligen im Nordfriesischen Wattenmeer. Hier waren Mütze und Schal angesagt, denn es ging durchaus „’n büschen Wind“ (will heißen, es hat tüchtig geweht). Mit zwei Pferdewagen fuhr die Gruppe einmal rund um die Hallig. Das Leben dort ist nicht einfach. Die Häuser der Bewohner stehen auf Warften, das sind kleine aufgeschüttete Hügel, um sich gegen die Fluten zu schützen. Interessant war auch der Besuch der St.-Johannis-Kirche auf der Kirchwarft. Sie wurde im Jahr 1637 geweiht, das Pfarrhaus dahinter (größer als die Kirche) entstand erst 1907. Auf den alten Holzbänken der Kirche haben vor uns wohl schon so manche Generationen der Halligbewohner gesessen.

Am Morgen des nächsten Tages ging es mit dem Bus nach Dänemark auf die Insel Römö (dänisch Rømø). Wie ihre deutsche Nachbarin Sylt, ist auch Römö durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Von Havneby fuhr die Gruppe mit der Fähre hinüber nach List auf Sylt. List ist die nördlichste Gemeinde Deutschlands. Nach einem kleinen Spaziergang am Strand und einem Bummel durch die Stadt ließ man sich die unvermeidlichen Fischbrötchen von Gosch schmecken, eine Spezialität der Insel. Mit dem Bus wurde sodann die Insel Sylt erkundet: über Kampen, Wenningstedt und Hörnum (ganz im Süden der Insel) führte die Tour zurück zur „Inselhauptstadt“ Westerland. Rings umher beeindruckten die Sanddünen und zahlreiche Reetdachhäuser. Ein kurzer Bummel durch die Stadt, dann ging es über den Hindenburgdamm durch das Wattenmeer hinüber auf das Festland nach Niebüll.

Am Abend beim typisch nordfriesischen Büfett schwelgten alle noch in ihren Erinnerungen. Allerhand neue Eindrücke sorgten für reichlich Gesprächsstoff. Kaum zu glauben: am nächsten Tag wartete bereits die Heimreise.

© Fotos: Surup / Kneipp-Verein Münden